David

Schwer atmend lag David auf dem Rücken, den Kopf tief in einem Kissen vergraben. Seine Augen waren geschlossen. Sein Glied pulsierte von den Nachbeben seines Orgasmus wenige Sekunden zuvor. Die kühle Luft des Schlafzimmers umgab ihn.
»Hat es dir gefallen?«, hauchte Tina in sein Ohr. Er öffnete die Augen und drehte seinen Kopf, sah ihr direkt ins Gesicht. Sie blickte zurück und lächelte erleichtert, als hätte sie zum Abschluss einer intensiven Arbeitsschicht endlich den wohlverdienten Feierabend erreicht.
»Das war ein klasse Nachtisch«, stöhnte er und sah an sich hinab. Tina hatte sein langsam abschwellendes Glied noch immer mit einer Hand umschlossen. Sperma rann ihr über die Finger und tropfte auf seinen Unterbauch. Als sie es losließ, stemmte es sich hoch, als würde es die Wärme ihrer Haut vermissen, bevor es wieder hinabsank.
Tina rollte sich zur Seite und zog Taschentücher aus einem Spender vom Nachttisch. Sie reinigte erst ihre Hand, dann reichte sie David ein paar Tempos.
»Kannst du das nicht machen?«, fragte er hoffnungsvoll, doch sie verneinte lachend.
»Das schaffst du selbst.«
»Natürlich schaffe ich das. Aber schöner wär’s, wenn du es machst.«
Sie schmunzelte, ließ sich jedoch nicht erweichen. »Du kannst froh sein, dass ich dir einen runtergeholt habe. Du brauchst immer so ewig lange, bis du kommst.«
»Andere Frauen wüssten das zu schätzen.«
»Andere Frauen haben aber auch einen Mann, der sich anders zum Orgasmus bringt als du.«
Das stimmte. David stand darauf, sich kurz vor seinem Höhepunkt aus Tina zurückzuziehen, sich bequem hinzulegen und sie Hand anlegen zu lassen. Warum? Das wusste er selbst nicht genau. Vielleicht als Lohn für die Arbeit, die er zuvor in ihr Vergnügen investiert hatte. In ihr Feuerwerk, ihren Gipfelsturm. Er genoss es einfach, sich im Anschluss dessen von ihr bedienen zu lassen. Ginge es nach ihm, würde sie noch ganz andere Dinge tun, Blasen und Schlucken zum Beispiel. Aber das war etwas, das sie nur äußerst ungern tat, und so blieb ihm dieser Traum verwehrt.
Er wischte sein kostbares Weiß mit den Tüchern auf.
»Jeder hat seine Vorlieben. Und ich liebe eben deine Hand.«
Sie verpasste ihm einen Klaps auf die Brust. Dann drehte sie sich auf den Bauch und sah ihn an, wackelte auffordernd mit dem Po. Ein Zeichen dafür, dass er nun dran war, einen Teig zu kneten.
»Ich komme eh schon zu spät«, presste er gequält hervor. »Der Knauer ist bestimmt schon ganz nervös.«
»Fünf Minuten?«
»Tina …«


Sie warf ihn einen Blick zu, der vor Niedlichkeit nur so sprühte. Denn das war, neben dem Backen, ein weiteres Talent der Tina Meyer: ein Hundeblick, der seinesgleichen suchte. »Vid? Viddy?«
David stöhnte. Geschlagen setzte er sich auf, schwang sich über seine Frau und ließ sich auf ihren Beinen nieder. Dann begann er, ihren Rücken zu streicheln. Sie seufzte entspannt. Er fuhr mit den Fingerspitzen über ihre schweißnasse Haut, ging tiefer, bis zu ihrem Po, dem der eigentliche Auftrag galt. Er drückte zu und massierte die festen, knackigen Backen.
»Das ist schön«, hauchte sie mit geschlossenen Augen. Das stimmt, dachte David, der ihr Gesäß sehnsüchtig musterte. Stromschläge zuckte durch sein erschlafftes Glied. Er liebte Tinas Arsch. Jeden Zentimeter davon. Er konnte von Glück sprechen, dass sie so auf seine Massagen abfuhr.
Er knetete weiter. Zog seine Finger über ihre Haut. Kratzte sie sanft mit seinen Nägeln. Als ein besonders kräftiger Griff in ihre Gesäßmuskeln die Backen auseinanderzog, kam ihr Anus zum Vorschein. Davids Herz machte einen erfreuten Schlag. Er schluckte. Wiederholte die Bewegung. Einmal. Zweimal. Immer wieder.
Tina stöhnte, während er das verlockende Loch vor sich anstarrte. So klein, so eng, so unberührt. Er stellte sich vor, wie seine Zunge es weichleckte. Wie er es fingert, fickt, ausfüllt – bis sie ihn schreien hört, nicht sich. Bis sie verstand, was sie mit ihrer Ablehnung bisher verpasst hatte.
Doch dazu würde es nie kommen. Er seufzte innerlich. Tina verabscheute alles Sexuelle, das mit ihrem Anus zu tun hatte. Hasste Analsex. Fürchtete sich vor den Schmerzen und der Qual, die ein solcher ihrer Meinung nach mit sich brachte. All sein bisheriges Betteln und Flehen war umsonst gewesen – sie hatte nie eine Ausnahme gemacht. Nie. Und dabei würde es bleiben. Ihm blieb nur die Rolle des stummen Masseurs. Gucken, nicht anfassen. Er atmete schwer. Massierte weiter. Kontrollierte den Drang, seinen Zeigefinger auf ihr Loch zu drücken …


Ein unangenehmes Rattern zerschnitt die Ruhe des Schlafzimmers. David erschrak, sein Herz machte einen quälenden Satz. Besorgt bemerkte er sein Handy, das auf dem Nachtisch zu leuchten und vibrieren begonnen hatte. Er wusste genau, wer am anderen Ende der Leitung ein Gespräch mit ihm verlangte.
»Jetzt gibt es Ärger«, grummelte er, stieg von seiner Frau und griff eilig nach dem Gerät. Tina sah ihm besorgt hinterher.
»Herr …«, begann er das Gespräch, doch wurde ihm direkt das Wort abgeschnitten.
»Was ist mit dem Porsche?«
Die Stimme seines Chefs klang wie immer schneidend und humorlos. »Hast du ihn gewaschen?«
David schlug sich die Hand an die Stirn und fluchte tonlos. Das hatte er ganz vergessen! Dieses sauteure und uralte Mistauto von van Knauer musste noch gesäubert werden. »Ich, ähm, wollte gerade anfangen.«
»Du hast noch nicht einmal angefangen?!«
Die Stimme des Millionärs wurde mit jedem Wort lauter. David schluckte hart. Tina hatte alles gehört – ihr Blick sprach Bände. In ihren Augen standen Scham und Sorge geschrieben. Mit den Lippen formte sie ein tonloses Es tut mir leid.
»Ich werde gleich loslegen. Es dauert …«
»Zu lange!«
Van Knauer schrie beinahe. »Ich hatte dir gesagt, dass ich heute Mittag zu dieser fucking Messe fahren muss. Und dazu brauche ich das Auto. Für das beschissene Shooting mit den dämlichen Schauspielern!«
»Ich weiß«, stammelte David, der das Handy etwas von seinem Ohr entfernte. »Ich schaffe das, verspr-«
»Das rate ich dir, Meyer!«
Eine kurze Stille entstand. »Du solltest zusehen, dass deine Performance besser wird. Insgesamt betrachtet. In letzter Zeit machst du keine gute Arbeit!«
Bumm. Das hatte gesessen. So sehr, dass selbst Tina betreten den Blick abwandte. Seine Lust war verpufft, wie ein schlechter Witz. Zurück blieb das brennende Gefühl, gerade von zwei Welten gefickt worden zu sein – von ihr und vom Chef. Er konnte es sich nicht erlauben, seinen Job zu verlieren. Denn das würde bedeuten, dass er, beziehungsweise, sie als Paar, die Wohnung verloren. Und das war in Anbetracht ihrer finanziellen Situation der Super-GAU. Etwas Schlimmeres konnte es kaum geben. Hätte er doch nur auf den Sex verzichtet …
»Hast du das verstanden? Ich bin sehr unzufrieden mit dir! Du kannst von Glück sagen, dass du mein Haus so gut kennst und dass es zu lange dauern würde, mal eben einen Nachfolger einzuarbeiten.«
David schwieg und kaute auf seiner Unterlippe, bis es schmerzte.
»David?! Ich will mehr von dir sehen!«
»Verstanden«, presste er geschlagen hervor. »Ich bitte um Entschuldigung. Ich werde mich bessern.«
»Das kann ich von dir nicht mehr hören. Das ist nicht mehr als Bla-Bla. Beweise es mir. Mit Taten. Deine Worte sind ohne Wert.«
»Das werde ich.«
»Etwas anderes bleibt dir nicht übrig. Also: Auto waschen, aussaugen, und wenn dann noch Zeit ist, die Chromteile polieren. Etwas, das eigentlich selbstverständlich ist, aber in Anbetracht der Zeit, die uns dank dir fehlt, vernachlässigt werden kann.«
»Ich werde alles schaffen«, versprach David, doch seine Uhr sagte etwas anderes. Ohne ein Wort zu Tina eilte er ins Schlafzimmer, um sich anzuziehen – das Handy am Ohr, den Frust im Nacken.

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Cuckold ist für mich weit mehr als nur ein erotisches Schlagwort oder die Vorstellung, den eigenen Partner mit jemand anderem zu teilen. Mich reizt vor allem das, was dabei im Kopf passiert.

Eifersucht, Vertrauen, Unsicherheit, Hingabe, Kontrollverlust und die Frage, wo die eigenen Grenzen tatsächlich liegen – kaum ein anderes erotisches Thema bringt für mich so viele widersprüchliche Gefühle auf engstem Raum zusammen. Genau diese Mischung macht Cuckold-Geschichten für mich so spannend.

Dabei interessiert mich nicht einfach nur der körperliche Akt. Viel aufregender finde ich den Moment, in dem aus einer Fantasie plötzlich etwas Emotionales wird. Wenn eine Figur merkt, dass Lust und Eifersucht gleichzeitig existieren können. Wenn Vertrauen auf die Probe gestellt wird. Wenn Scham auf Neugier trifft oder aus anfänglicher Ablehnung plötzlich ein Gefühl entsteht, mit dem niemand gerechnet hat.

Genau deshalb taucht das Thema in meinen Geschichten immer wieder auf. Cuckold kann brutal, zärtlich, demütigend, liebevoll oder vollkommen chaotisch sein – manchmal sogar alles gleichzeitig.

Und genau dort, wo Lust kompliziert wird, fängt für mich eine gute Geschichte erst richtig an. ❤️‍🔥

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Autor

kim.f.wolf@gmail.com

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