8.
Tina
Oh Gott!, schrie es in Tinas Kopf. Sie grub ihre Finger fester in das Laken. So fest, dass ihre Fingernägel brannten.
Van Knauer leckte nicht, er stieß in sie. Fickte mit Zunge und saugte, als wollte er ihr etwas beweisen. Jonas johlte anfeuernd, während aus Davids Richtung nur Stille kam – sein Jammern war verstummt. Ob aus Schock oder Ohnmacht – sie wusste es nicht. Und das war kein Wunder. Ihr Denken wurde von dem zerrissen, was zwischen ihren Schamlippen geschah.
Van Knauer peitschte seine Zunge gegen ihre Klitoris. Stimulierte sie mit forschen, kreisenden Bewegungen, die hart und zielgerichtet waren. Tina kniff die Augen zusammen, versuchte, die unzähligen Gefühle in ihrem Unterleib auszublenden. Doch sie schaffte es nicht. Sie spürte einen wilden Mix aus Demütigung, Scham, Wut und … einen Funken Lust, der dort nicht sein durfte, sich wie Feuer durch trockenes Gras fraß. Sie biss sich auf die Unterlippe. Wollte das aufkeimende Gefühl durch physischen Schmerz ersetzen. Nur war dieses zu stark, um sich von einer solch plumpen Gegenmaßnahme ersticken zu lassen. Und es stand im krassen Gegensatz zu allem, was in dem Schlafzimmer ihres Peinigers passierte.
Der Lustfunke erinnerte sie an frechen Sex, verboten und feurig. Sie versuchte, sich auf ihre Ablehnung gegenüber van Knauer zu konzentrieren. Wollte ihn hassen. Und tat dies auch. Sehr sogar. Visierte an, den Funken so zu ersticken. Aber wie schaffte es der Mann trotz alledem, etwas in ihr zu wecken? Sie drehte ihren Kopf zu David, der das Pornospiel mit glasigen Augen beobachtete. Eine Erkenntnis traf sie wie ein Donnerschlag: Es lag an ihm selbst. An ihrem Gatten.
Er hatte Mist gebaut. Großen sogar. Und sie musste diesen abarbeiten. Der Lustfunke stand sinnbildlich für ein instinktives Stilmittel, ihre Wut auf ihn zu lenken. Der Funke war ihre Waffe, um ihn zu bestrafen. Er hat selber Schuld!, dachte sie. Ich kann nichts dafür. Nicht viel zumindest. Und das ist der Preis. Er wird daraus lernen. Er muss sein Leben in den Griff bekommen.
Und bevor sie es verhindern konnte, entfuhr ihren Lippen ein leises, fast unhörbares Stöhnen. Sie riss schockiert die Augen auf. Sah den Kopf des Mannes, der sie leckte. Den sie verabscheute. Der ihr half, ihren Partner zu bestrafen.
Der Funke in ihr wuchs. Nahm Raum ein. Plötzlich entspannten sich ihre Beine. Gaben den Widerstand auf. Glitten vollends auseinander. Jonas, der noch immer ihre Knie fixierte und nicht mit dieser Entwicklung gerechnet hatte, sah sie überrumpelt an.
Seine Augen durchbohrten sie. Sein leicht offenstehender Mund verzog sich zu einem wissenden Grinsen. Er wandte sich an David.
»Sieh an – deine Frau lernt, es zu genießen.«
Er stieß ein brünstiges Lachen aus, das ihren Mann versteinern ließ. Er suchte ihren Blick. Sie erwiderte ihn. Kühl. Berechnend. Als wolle sie sagen, das hast du davon!
Sein Mund klappte leicht auf und er schüttelte mit fragenden Augen den Kopf. Sie tröstete ihn nicht. Im Gegenteil. Sie drehte ihren Kopf auf die andere Seite. Fühlte in sich hinein. Und ließ den Funken anschwellen.
David
Das darf nicht wahr sein!, schoss es immer und immer wieder durch seinen Kopf. Nein!
Er verstand die Welt nicht mehr. Hat sie gerade gestöhnt? Warum sieht sie mich so strafend an? Ich bin hier nicht das Arschloch. Ist sie wirklich so sauer auf mich, dass sie van Knauer unterstützt?
Seine Gedanken kreisten. Waren vor Demütigung und Eifersucht zerfressen. Seine Frau, das Zentrum seines Lebens, lag auf einem fremden Bett und wurde von den größten Mistkerlen dieser Welt bearbeitet. Und anstatt es zu hassen, stöhnte sie. Leise zwar, aber deutlich zu hören.
»Es gefällt dir, was?«, erklang die Stimme seines Chefs zwischen ihren Beinen. Er hob seinen Kopf und sah sein vermeintliches Opfer forschend an. Davids Herz setzte aus, als eine Verneinung Tinas auf sich warten ließ – und schließlich gar nicht kam. Für den Millionär offenbar das Zeichen, auf das er gewartet hatte. Er führte Zeige- und Mittelfinger zu ihrer Öffnung und schob diese zwischen die Schamlippen. Sie glitten tiefer, Stück für Stück, bis sie ganz in ihr verschwunden waren. Sie stöhnte gedämpft. Dann zog er sie zurück. Stieß wieder vor. Und von vorn. Er warf seinem Hausmeister einen triumphierenden Blick zu und leckte Tina im Anschluss wieder, umsorgte mit der Zunge ihre Klitoris.
Davids Kopf war voller Hitze. Glühte förmlich. Vor Wut und Verzweiflung, die mit jedem Fingern und Schmatzen ins Unermessliche wuchsen. Jonas Nicolas schob sich über sie, sein Gesicht nah an ihrem – dann trafen seine Lippen die ihren. Grob, fordernd. Ein Kuss – nein – eine Eroberung. Tina fror innerlich ein – doch ihr Mund blieb geöffnet. Ließ es mit sich geschehen, obwohl sich ihre Finger noch immer ins Laken krallten.
Während Jonas sie küsste, spielte eine seiner Hände mit ihren Brüsten. Drückte abwechselnd fest zu. Und sie ließ es passieren. Wehrte sich nicht. Nicht wie noch fünf Minuten zuvor. Zeigte keine körperlichen Reaktionen. Außer das Geräusch, das gelegentlich beim Küssen zu hören war: ein tiefes Stöhnen. Leise zwar, aber unüberhörbar, versteckt unter dem Schmatzen von Lippen. Davids Welt lag in Scherben.
Als van Knauer zwischen ihren Beinen auftauchte, glänzte sein Kinn feucht. Dann kroch er über die Matratze zu Tina. Jonas wich zurück. Sie sah ihn fragend an. Der Millionär führte seine Finger, die soeben tief in ihr waren, zu ihrem Mund. Strich an ihren Lippen entlang. Ließ sie sich selbst schmecken.
David zog an den Handschellen, bis es an seinen Handgelenken brannte. Sein Blick fiel zwischen die gespreizten Beine seiner Frau. Ihre Muschi, die zierlichen Schamlippen, nass und entblößt. Auf ihr Geschlecht – das eigentlich seine Spielwiese war. Er schnaubte. Machte abermals Anstalten, sich mitsamt Stuhl zu erheben. Doch es war Tinas scharfer Blick, der ihn innehalten ließ. Ihre Augen schrien: bleib, wo du bist! Und er gehorchte. Sackte zusammen, während van Knauer ihre Hand griff und diese zu seinem Bademantel führte, unter dessen Stoff sich sein harter Penis deutlich abzeichnete.
»Nein!«, zischte David. Zu mehr war er nicht in der Lage. Erstarrte zu Stein. Musste beobachten, wie Tina an dem Band zog, woraufhin sich eine Schleife öffnete. Der Mantel schwang auf. Haut kam zum Vorschein. Und ein Schwanz, der mit seiner Größe die Macht des Mannes unterstrich, an dem er gewachsen war. Bitte nicht!, schoss es ihm durch den Kopf.
Sein Flehen war vergebens. Langsam, zögerlich, streifte Tinas Handrücken den Schaft. Spürte seine Wärme, lernte ihn kennen. Dann umschloss sie den Speer. Nicht fest, nicht zärtlich. Nicht verliebt oder ergeben. Aber entschlossen und bereit, David eine Lektion zu erteilen.
Copyright © 2025 Kim F. Wolf
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