Tina

Tinas Schädel stand in Flammen. Gedanken, Bilder, Scham – alles brannte gleichzeitig. Die Hand zwischen ihren Beinen fühlte sich abstoßend und fremd an. Wie die eines Ungeziefers. Und sie bewegte sich. Nicht viel. Etwas vor und zurück. Nur wenige Lagen Stoff schützten ihre Schamlippen vor direkter Berührung. Van Knauer betrachtete sie forschend, als würde er in ihrem Gesicht nach einem Bruch ihrer selbst suchen. Aber sie bemühte sich, ihm die Genugtuung zu verwehren, und legte all ihre Stärke in die Selbstbeherrschung. Doch diese drohte zu bröckeln, als sie spürte, wie ein Finger des Millionärs fordernder nach oben drückte, hart, und ihre Jogginghose zwischen die Lippen zwang. Er stöhnte gierig und schien jede Sekunde zu genießen.
Von David, der das Spiel von der Rückseite seiner Frau aus betrachten musste, kam ein trockenes Keuchen. Er litt Qualen – doch nicht so schlimme wie sie. Und es wurde nicht besser.
Jäh riss van Knauer seine Hand zurück, packte Tina an den Hüften und zwang sie mit einem harten Ruck auf seinen Schoß. Ihr Körper folgte reflexhaft – nicht aus Zustimmung, sondern aus Überraschung. Sie stieß ein Quieken aus, auf welches Jonas mit einem widerlichen Kichern reagierte. Sie spürte deutlich die Erektion des Millionärs unter ihrem Gesäß. Sie erschauderte und suchte den Blick Davids. Als sie diesen fand, flatterte ihr Herz. Die Augen ihres Mannes zeugten von purer Eifersucht und Verzweiflung, waren aufgerissen und rot unterlaufen. Als van Knauer abermals seine Hand in Tinas Schritt legte, wandte er den Kopf ab und fixierte etwas am anderen Ende des Raumes.
Zwischen ihren Beinen loderte die Scham. Der Millionär rieb ihre Lippen. Drückte zu. Ließ quälende Stromstöße durch ihren Schoß schießen. Er nahm sich, was er einforderte – und sie wehrte sich nicht. Wollte nur, dass es schnell vorbeiging. Dass sie es standhaft und würdevoll überstehen konnte.


Plötzlich spürte sie eine Berührung. Jonas Nicolas hatte sie fast vergessen – bis seine Hand ihren Vorbau fand. Er knetete ihre Oberweite, den Blick stur auf ihre Reaktion gerichtet. Sie sah ihn hasserfüllt an. Und das schien ihn erst recht zu gefallen. Seine Klaue rutschte tiefer, glitt unter den Saum ihres Pullis und traf auf warme Haut. Als er sie nach oben führte, spürte sie, wie sie ihren Bauchnabel streifte. Wie sich ihre Haut rundherum zusammenzog. Dann stieß Jonas’ Hand auf die Unterseite ihres BHs. Selbstbewusst schoben sich seine Finger unter dem Bügel hindurch.
Er stöhnte lüstern, als er ihre Brust umschloss, und kniff leicht in ihren Nippel, der sich verhärtete. Nicht aus Erregung – nein. Sondern einfach der Berührung wegen. Er spielte mit ihr. So wie sein Chef weiter unten. Tinas Welt fühlte sich so fremd an. Ihre Emotionen, Davids abgewandtes Gesicht, die physischen Reize – alles war ungewohnt und kalt.
»Zieh den Pullover aus«, knurrte van Knauer in Tinas Ohr. Sein Mund war ihrem Kopf so nah, wie sie es nur von ihrem Mann kannte. Sie wollte zunächst verneinen, verstand aber schnell, dass dies das Bevorstehende nur unnötig hinauszögern würde. Und trotzdem zitterten ihre Hände, als diese den Pulli packten und langsam hochzogen.
Tina spürte, wie Jonas Finger sich zurückzogen. Wie van Knauer zwischen ihren Beinen innehielt, um die Show zu genießen. Als sie das Textil über ihren Kopf zog, wurde es für einen Moment dunkel. Und dieser Moment fühlte sich gut an. Sie sah nichts. Die Welt schien in Ordnung. Sicher. Kein Millionär. Kein Jonas. Nur sie und der Stoff, der sie umgab. Doch der Augenblick endete. Das schummrige Licht des Schlafzimmers kam zurück. Legte sich auf ihre Haut. Ihre Seele.


Von van Knauer kam ein zufriedenes Pfeifen. »Deine Frau ist verdammt heiß«, wandte er sich an David, der sich noch immer dazu zwang, das Schauspiel zu ignorieren. »Ich bin schon fast froh darüber, dass du das Auto beschädigt hast.«
Sein Angestellter schnaubte auf – doch es klang nicht nach Mut, sondern nach einem Reflex aus Wut und Ohnmacht, dem jedes Gewicht fehlte.
Als Jonas sich am Verschluss ihres BHs zu schaffen machte, schloss Tina die Augen. Schnell schwand der Zug um ihre Brust und der Stoff landete auf dem Boden. Sie hätte heulen können. Aber ihre Tränen steckten fest. Stattdessen spürte sie Hände, die ihre Oberweite erkundeten. Sie streichelten und drückten. Ihre Brustwarzen kitzelten.
»Ich habe dir doch gesagt, dass sie eher kleine Titten hat«, kommentierte van Knauer. Scham und Wut brodelten in Tina. Was fällt diesem Wichser ein, so über mich zu sprechen?
»Klein finde ich sie nicht«, entgegnete Jonas. »Mir reicht es.«
Es wurde feucht. Sie riss die Augen auf. Der Assistent hatte sich vorgebeugt und ließ seine Zunge über ihren Nippel kreisen – nicht wie ein Liebhaber, sondern wie ein gieriger Lustmolch, der keine Grenzen kannte. Das Kitzeln, das dabei entstand, stand im krassen Gegensatz zu dem, was sie an dieser Stelle zu fühlen gewohnt war. Plötzlich wurde sie von van Knauer mit Wucht von seinem Schoß und in die Horizontale gedrückt. Eine weiche Matratze nahm sie in Empfang, deren Laken frisch und blumig roch. Sie schloss erneut die Augen, als die Männer über sie herfielen, ihre Brüste bearbeiteten und küssten.
Von Davids Position aus kam ein ersticktes Keuchen. Ein undeutliches Fluchen, das in der lauten Gier der Kerle über ihr unterging. Tina konnte ihn nicht sehen. Und das war auch gut so. Sie würde seine Trauer und Verletzlichkeit kaum ertragen können.


Ein scharfer Funke schoss durch ihren Körper. Verband den Namen ihres Mannes mit der Scheiße, die sie gerade durchlebte. Wegen ihm bin ich überhaupt erst hierher gekommen, brodelte es in ihr. Da war sie wieder – die Wut, die sie brauchte, um ihre Emotionen lenken und betiteln zu können. Sie wusste, dass er nicht allein die Schuld trug – und doch war er das Arschloch, das sie in diesem Moment hassen musste, um sich selbst zu schützen. Sie verstand nicht, warum, aber jenes Wissen machte ihr Leiden erträglicher.
Van Knauer setzte sich auf. Seine Hände packten ihre Jogginghose und zogen sie herunter. Helle Haut kam zum Vorschein, die sich um schlanke Beine schloss. Geräuschlos fiel die Hose vor dem Bett zu Boden. Nur ein schlichter, weißer Slip war ihr geblieben. Ein langweiliges Kleidungsstück. Zweckdienlich und unsexy. Wie ein Schutzschild, das aus Genugtuung bestand.
»Hässliche Unterwäsche«, gluckste der Millionär. Er sah Tina amüsiert an. »Ich wette, mit der Auswahl deiner Klamotten wolltest du uns ärgern, was? Uns zeigen, dass du die Starke bist, nicht wahr?«
Ja!, hätte sie am liebsten geschrien. Doch stattdessen brüllte sie mit ihren Augen. Augen voller Zorn und Verachtung. Der Bonze bemerkte dies, sein Grinsen wurde breiter. Dann riss er ihren Slip vom Körper. Tina schrie auf. David protestierte. Vergebens. Sie war nackt – vollkommen. Gepeinigt presste sie ihre Beine aneinander.
Van Knauer betrachtete den Schlüpfer. Roch an diesem. Leckte über den weißen Stoff. Reichte ihn Jonas, der das Ritual treudoof wiederholte und genüsslich an ihm schnupperte.
Dann tat der Assistent etwas, das sie vollends schockierte. Er stand auf und ging zu ihrem Mann, der ihn misstrauisch ansah. Hielt ihm den Slip direkt vor die Nase.
»Riecht gut, was?«, säuselte er. David fluchte, versuchte, mit energischen Kopfbewegungen dem Stoff zu entkommen, und bäumte sich auf. Machte Anstalten, den Mann vor ihm zu attackieren. Die Stuhlbeine hoben sich vom Boden ab. Tinas Herz raste. Van Knauers Stimme donnerte durch den Raum.
»Setz dich, Meyer, oder es ist aus!«
Eine Drohung wie ein Donnerhall. David hielt inne. Suchte Tinas Blick. Sie erwiderte ihn. Und schüttelte langsam den Kopf.
Nein!
Seine Lippen bebten. Er zögerte, verstand aber. Dann ließ er sich wieder nieder.
»Brav«, kommentierte sein Chef. »Und dabei bleibt es, kapiert?«


Jonas legte den Slip wie eine Trophäe auf Davids Schoß und kehrte ins Bett zurück. Doch seine Rückkehr wurde von der Zunge überschattet, die über Tinas Körper glitt und feuchte Kälte hinterließ. Van Knauer leckte ihren Bauch, spielte mit dem Nabel, dann mit der Stelle dicht darunter. Als er ihren Venushügel erreichte, stoppte er. Sog geräuschvoll Luft durch seine Nase, die über ihrer Vagina schwebte.
»Du riechst so gut«, stöhnte er. »So lecker, so geil!«
Tina grub die Finger ins Bettlaken. Wollte das, was bevorstand, nicht fühlen, nicht erleben. Und doch passierte es. Seine Zunge spielte mit den feinen Haarstoppeln direkt über der Klitoris. Sie presste die Beine fester zusammen.
»Zieh sie auseinander!«, befahl er seinem Assistenten. Dieser schob seine Hände zwischen ihre Knie und drückte. Tina hielt dagegen. Aber etwas in ihr schwächte den Widerstand ab. Wollte, dass es vorbeiging. So öffnete sie sich ein wenig, mit abgewandtem Kopf. Sie spürte kühle Luft. Und einen heißen Atem. Krasse Gegensätze. Dann eine Zunge, die ihre Klitoris streifte. Ihre Schamlippen mit gierigen Berührungen bedachte. Tina stöhnte – nicht vor Lust. Aus Scham. Und David beantwortete dies mit einem traurigen Jammern.
»Furztrocken«, murmelte Jonas, der das Ganze fasziniert beobachtete und eindeutig ihre Vagina meinte. Und er hatte recht. Wie sollte es auch anders sein? Nässe kam durch Leidenschaft – und nicht durch Zwang. Wieder schoss sie stille Wutfunken in Davids Richtung. Es ist alles seine Schuld!
Sie zwang sich, an etwas anderes zu denken. An ihren Backofen, der mehr als nur ein Haushaltsgerät für sie war. An Mehl auf ihren Händen. An den Geruch von Zimt. An ihren letzten Kuchen. An alles, was nicht hier war.
»Trocken? Das werde ich ändern!«, verkündete van Knauer. Und bevor Tina die Bedeutung seiner Worte verstand, war er zwischen ihren Beinen und drückte sein Gesicht so tief gegen ihre Spalte, dass sie glaubte, er wolle sie mit der Zunge aushöhlen.

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