12a.
Tina
Sie war nur noch ein Stück Fleisch. Ein solches, das aus drei Löchern bestand. Löcher, die alle ihre Verwendung gefunden hatten. Der Schmerz an ihrem Hintern ließ langsam nach – der fortgeschrittenen Dehnung sei Dank. Sie fühlte, wie sich zwei Aale in ihr vergnügten. Ihre Muschi zum Erzittern brachten. Ihren Arsch aufwühlten. Und dabei einen Riesenspaß zu haben schienen.
Van Knauer und Jonas stöhnten animalisch. Keuchten wie brünstige Eber, die vollends ihren primitiven Instinkten verfallen waren. Sie rammelten sie. Nahmen sie. Forderten alles. Die Zeit verstrich. Tina konnte nicht sagen, wie lange der Akt dauerte. Für sie war es eine Ewigkeit. Sie versuchte, sich in Gedanken an einen anderen Ort zu flüchten. Irgendwohin, wo nur Gutes auf sie wartete. Ihr Backofen. Mehl. Zucker. Der Duft nach Kuchen und Schokolade. Und David.
Plötzlich veränderte sich das Stöhnen von Jonas. Wurde lauter. Sein Becken stieß schneller vor. Ihr Puls beschleunigte aufgrund der üblen Vorahnung, die sie hatte. Und dann geschah es. Mit einem tiefen Schrei und heftigen Schwanzstößen entlud er sich in ihr. Pumpte Schwall um Schwall seines widerlichen Samens in sie hinein. Wurde langsamer, wie ein abschwellender Sturm. Sein Becken zuckte wie bei einem Stromstoß.
Zwischen ihren Schenkeln schmatzte es. Dann zog er sich zurück, ließ sich mit einem hochroten Kopf nach hinten auf den Rücken fallen. Schlug die Hände vors Gesicht, atmete erschöpft und kicherte zufrieden.
Während van Knauer sie ungebremst anal penetrierte, spürte sie, wie sich Jonas’ Sperma aus ihr löste, warm und klebrig, und über den Oberschenkel rann. Aber sie kam nicht dazu, sich weiter auf diese Tatsache zu konzentrieren, denn der Millionär warf sie ab. Sie landete auf dem Rücken.
Van Knauer wuchtete sich auf die Knie, zog Tina an den Unterschenkel zu sich heran und presste ihr abermals die Beine so fest auf die Brust, dass ihr die Luft wegblieb. Ihr Gesäß reckte sich dabei etwas empor. Ihre Schamlippen glänzten feucht. Dann führte er seinen Penis in ihren Hintern zurück. Bumste sie bis zum Anschlag. Tiefer ging es nicht mehr. Das Gefühl, das in ihrem Inneren entstand, war abartig. Er hatte keine Gnade mit dem Fickstück vor sich. Dehnte sie und nahm sie ein. Eine Gebäudesprengung war nichts dagegen.
Ihr Bauch zuckte bei jedem Stoß. Die Brüste hoben und senkten sich wie bei einem Sprint. Und dann war da sein Blick. Mehr Tier als Mensch, gesteuert von Trieben, nicht von Gefühlen. Seine Augen fixierten sie, bohrten sich in ihren Kopf. Er schien jeden Moment ihrer Anstrengung, ihrer Qual, zu genießen.
Sie versuchte, seinem Blick mit all der Stärke, die sie aufbringen konnte, standzuhalten. Aber das Hämmern in ihr machte das unmöglich. Es fiel ihr schon schwer genug, nicht unkontrolliert zu Ächzen. Wie sollte sie da ein Blickduell gewinnen?
Tina wandte den Kopf ab. Hitze der Scham brannte auf ihren Wangen. Schweiß trat aus jeder Pore ihres Körpers. Und wie, um ihr Schicksal noch zu verschlimmern, stöhnte ihr Peiniger lauter, stieß abermals schneller zu. Er würde jeden Moment seinen Orgasmus haben. Da war sie sich sicher. Sie machte sich auf das gefasst, was er in wenigen Augenblicken in ihren Hintern pumpen würde. Auf die Hitze, die sein Sperma mitbringen würde. Und den Moment danach, wenn sie es wieder loswerden musste …
Aber es kam anders. Van Knauer stoppte seine Bewegung und zog seinen Schwanz heraus. Ließ Tinas Beine los. Sie spürte, wie ihr Anus zuckte und brannte. Wie ihr ganzer Unterleib in Aufruhr war. Zumindest fiel ihr das Atmen wieder leichter. Saugte die Luft des verdorbenen Schlafzimmers ein. Verfolgte, wie sich der Millionär über sie schwang.
Sie musste mit ansehen, wie er seinen Schwanz wichste. Die Augen schloss und in Ekstase den Kopf nach hinten warf.
Mit einem tierischen Urschrei zuckte sein ganzer Körper – dann kam er. Entlud sein Sperma über ihrem Gesicht. Sie konnte gerade noch rechtzeitig ihre Lider aneinanderpressen. Der Saft brannte heiß, traf sie an Stirn, Wange, ihren fest aufeinandergepressten Lippen. Rann seitlich an ihr herunter. Und es kam mehr. Schwall um Schwall. Legte sich auf Nase und Kinn, spritzte schwer auf Haare und Hals. Dann hörte es auf. Das Reiben seiner Hand verklang. Das Gewicht auf ihr wich.
Tina ließ die Augen geschlossen. Spürte, wie die Soße an ihrem Gesicht hinab gen Laken lief. Bemerkte die Laute Davids, die kläglich klangen. Aber da war auch eine leise Stimme. Tief in ihrem Kopf. Und sie sagte, dass es nun vorbei war. Dass sie es überstanden hatte, ohne zerstört zu werden. Das sie ihre Zukunft und die ihres Mannes verteidigt hatte.
Ihre Muskeln entspannten sich. Mit einem Mal war sie unendlich müde und geschafft. Sie öffnete vorsichtig ein Auge. Sah, wie Jonas sich im Stehen den Bademantel anlegte. Wie van Knauer neben ihr hockte und sein Werk betrachtete. Er lächelte sogar und klatschte Tina zwei Mal auf die Oberschenkel, als würde er einen Freund für dessen Taten loben.
»War geil«, murmelte er zufrieden, ohne sie auch nur anzusehen. Dann verließ er das Bett. War geil, schoss es durch ihren Kopf. Eine neue Welle der Wut kochte in ihr hoch, während der Mistkerl etwas zu David sagte, das sie nicht verstand. Ihr Mann nickte und sah zu einer Kommode hinüber. Dann verabschiedete van Knauer auch ihn mit einem Schulterklopfer.
Es war vorbei. Unter dem Beben ihrer Brust verließen die Männer den Raum und ließen das Paar kommentarlos zurück. Zunächst herrschte eine lange Stille, die so tiefgreifend war, dass Tina das ferne Rauschen des Straßenverkehrs hören konnte.
Sie spürte eine Bewegung und registrierte, dass sich David mitsamt Stuhl erhoben hatte. Die Handschellen funkelten im Licht, während er mit geröteten Augen zu der Kommode ging, auf deren Oberfläche ein Schlüssel lag.
Copyright © 2025 Kim F. Wolf
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