7.
Der Aufzug ruckelte und quietschte. Er roch nach Maschinenöl und Metall. Die Fahrt dauerte lange. Er kam zum Stehen, als ein grünes Display eine Sieben anzeigte.
»Und aussteigen«, sagte Silvana, nachdem sich die Türen schwerfällig aufgeschoben hatten. Jonas folgte ihr auf einen breiten Gang, der mit einem neuwertigen, roten Teppich ausgestattet war. Das passt zu ihr, dachte er, während er beobachtete, wie seine Lehrerin mit selbstbewussten Schritten auf dem Rot entlangschritt. Wie ein Megastar bei einer Preisverleihung.
Sie kam vor einer schweren Doppeltür aus Grau lackierten Metall zum Stehen, zog einen Schlüssel aus ihrer Handtasche und schloss auf. Das Türblatt, neben dem ein Schild mit goldenen Lettern hing, die Silvana Martens als Mieterin auswiesen, klickte dumpf. Sie zog sie auf und lächelte Jonas an. »Nach dir.«
Er betrat die Wohnung. Besser gesagt, den Loft. Und zwar den größten seiner Art, den er je gesehen hatte. Ihm klappte die Kinnlade herunter. »Wow!«
Der Loft bestand aus einem langen Raum, in dessen Fläche Jonas seine gesamte Bleibe gut dreimal hätte unterbringen können. Die linke und rechte Seite waren mit einer durchgängigen Fensterfront ausgestattet. Mitten im Raum befand sich eine freistehende Küche mit hellen Naturholzfronten und einer Arbeitsplatte aus dunklem Marmor. Daneben stand eine U-förmig angeordnete Couchgarnitur und ein unnormal großer Fernseher. Jonas schluckte, als sein Blick über diverse Skulpturen und Büsten glitten, die hier und da im Raum verteilt waren. An der rückseitigen Wand aus rotem Klinker waren drei Türen eingelassen, hinter denen sich wahrscheinlich Bade- und Schlafzimmer verbargen.
»Bist du reich?«, fragte Jonas eine Spur zu direkt und konnte einen leicht neidischen Unterton nicht verbergen. Silvana ließ ihren Schlüssel in eine elegante Glasschale fallen, die neben der Eingangstür auf einem Sockel stand. Es klirrte leise.
»Mir geht es ganz gut«, antwortete sie bescheiden und schenkte ihm ein Lächeln, das aussagte, dass sie sich über sein indirektes Kompliment freute.
»Dieses Loft ist riesig«, staunte er und sah sich weiter um, musterte hochwertig aussehende Bilder, die hinter ihm an der Wand hingen und leicht bekleidete Männer und Frauen zeigten. »Wie kommt man an sowas heran?«
Sie zuckte mit den Schultern. »Manchmal braucht man eine gewisse Portion Glück, würde ich sagen. Früher war das hier eine große Textilfabrik und Näherei. Nach der Betriebsaufgabe vor ein paar Jahren wurde sie zu einer Wohneinheit umgebaut und ich habe mich schnell genug darauf beworben. Ich habe hier nicht nur eine Wohnung, sondern weiter unten im dritten Stockwerk sind auch die Lagerflächen für meinen Onlineshop.«
»Ist es da so groß wie hier?«
Sie lachte. »Nein, ganz und gar nicht. Nur zwei kleine Räume samt Büro. Ich habe nur einen Ein-Frau-Betrieb.«
»Hammer.«
Jonas stellte sich unweigerlich die Frage, wie viel sie mit ihrem Shop verdiente und ob dies ausreichen würde, sich eine solche Bleibe leisten zu können. Was von dieser stilvollen Einrichtung wohl durch Pornos und Coachings erwirtschaftet wurde? Er konnte nur schätzen und musste bei dem Gedanken, dass in dem Wert des Loftes literweise Sperma steckte, direkt schmunzeln.
»Du fühlst dich also wohl?«, fragte sie und kam auf ihn zu. Er nickte hastig und stellte fest, dass ein frischer Duft in der Luft lag, der ihn an Urlaub am Meer erinnerte.
»Das freut mich.«
Er folgte ihr zu der Kücheninsel. Sie servierte ihm einen verdammt gut riechenden Kaffee aus einer Maschine, die einem Barista glatt neidisch gemacht hätte. D Dann wies sie ihn an, sich auf die Couch zu setzen. Sie tat es ihm gleich und nahm direkt neben ihm Platz. Seine Kaffeetasse stellte er auf einen gläsernen und mit goldgelben Adern durchzogenen Untersetzer, der teurer aussah, als sein Gamingcomputer.
»Darf ich dich etwas fragen?«, sagte er und sah sich fasziniert um. Sie nickte auffordernd. »Falls ich zu direkt bin, musst du nicht antworten. Aber bist du Millionärin?«
»Ist das wichtig für dich?«
»Wichtig nicht. Es interessiert mich halt.«
Sie lächelte und zwinkerte ihm zu. Das Rot ihrer Lippen glänzte verführerisch.
»Sagen wir es mal so: Es geht mir wirklich sehr, sehr gut.«
Für ihn war die Antwort klar. Er saß neben einer Millionärin. Einer stilvollen, unter normalen Umständen unerreichbaren Frau. Neben einer Frau, die all das womöglich mit Sex erreicht hatte. Er lachte im Stillen. Würde er mit körperlicher Liebe zum Millionär werden wollen, fehlten ihn noch punktgenau eine Million Euro. Plötzlich legte sie ihm eine Hand auf den Oberschenkel. Er errötete schlagartig.
»Was würdest du jetzt machen, wenn das hier ein normales Date wäre?«
Er zögerte und kaute nervös auf seiner Unterlippe.
»Dich fragen, ob du meine Sugarmommy werden möchtest«, lachte er. Ihm wurde peinlich bewusst, dass er seine Unsicherheit mit Humor zu kaschieren versuchte. Nicht nur Silvanas starke Persönlichkeit schüchterte ihn ein, sondern auch ihr Wohlstand. Sie rollte mit den Augen.
»Im Ernst jetzt«, forderte sie und klang mit einem Mal streng. »Wie würdest du vorgehen?«
Er dachte darüber nach und sah ihr in die Augen. »Ich glaube«, begann er zögerlich. »Ich würde versuchen, herauszufinden, ob du dich wohlfühlst und … Ob ich mich dir nähern kann.«
Sie nickte. »Im Grunde nicht falsch. Aber in diesem Fall habe ich dir diese Überlegung dadurch abgenommen, dass ich dir meine Hand aufs Bein gelegt habe. Das ist das ultimative Zeichen dafür, dass Frau nichts gegen Körperlichkeit und Nähe einzuwenden hat.«
Jonas verstand und nickte. »Also, wenn das so ist …«
Er rückte ein Stück näher an sie heran. Ihre Beine berührten sich. Er konnte ihre Wärme deutlich spüren. Sie bestand aus heißer, spanischer Lava. Er drehte sich zu ihr.
»… würde ich versuchen, dich zu küssen.«
Sie schwieg und wartete, was er als Nächstes tat. In ihrem Blick lag Neugier. Er hob vorsichtig eine Hand, legte diese auf ihre Schulter und streichelte sie sanft. Dann schob er seinen Kopf in ihre Richtung. Sie schloss die Augen, er tat es ihr gleich. Als ihre Lippen zum zweiten Mal an diesem Tag aufeinandertrafen, schwoll nicht nur sein Herz zu wahrer Größe an.
Ihr Kuss wurde wilder, als sich die Zungen trafen. Und dieses Mal gab es keine Lucy, die sie unterbrechen konnte. Sie schmeckt so gut. Er vergas beinahe zu atmen. Sog jede Sekunde in sich auf. Dann streichelte er weiter ihre Schulter, sie legte eine Hand an seinen Hinterkopf, die andere glitt über seinen Rücken. Plötzlich schoss ein Impuls durch seinen Kopf. Er wollte etwas ausprobieren.
Jonas lehnte sich nach hinten gegen das Polster der Couch, packte Silvana am Arm und zog sie sanft mit sich. Sie wehrte sich nicht, sondern machte das, was er schon oft in Filmen gesehen hatte. Sie drehte sich zu ihm, spreizte die Beine und stieg auf seinen Schoß, ohne die Lippen von den seinen zu lösen. Nur wenige Lagen Stoff trennten sie.
Er seufzte zufrieden, während sich die Zungen weiter umspielten. Ihr Gewicht lag angenehm auf ihm, er spürte die Macht ihres Gesäßes, das auf seinem harten Glied, ruhte. Jonas’ Kopf kippte nach hinten, ein lautes Keuchen entwich ihm, als sie ihr Becken leicht kreisen ließ. Es war kaum merklich – ein sanftes, freches Rollen ihrer Hüften, doch für ihn fühlte es sich an wie der Himmel auf Erden.
Er konnte sie spüren. Ihre Hitze. Die Form ihrer Schamlippen, selbst durch die verdammten Jeans hindurch.
Sein Schwanz zuckte, hart wie Stein, rieb sich an ihr, und ein dumpfes Pochen breitete sich in seinen Lenden aus. Dann legte er beide Hände auf ihren Arsch und griff zu.
Silvana quiekte leise, kaum hörbar. Aber sie tat es und das zeigte ihm, dass er etwas richtig gemacht hatte. Sie küssten sich weiter und befummelten sich mit steigendem Tempo. Plötzlich spürte er, wie sie ein Stück zurückwich und ihm das Hemd auszog, direkt im Anschluss folgte das Shirt. Ein Moment der Scham entstand, als sich seine Brust samt Bauch der kühlen Raumluft präsentierten. Aber die Spanierin ließ sich nichts Negatives anmerken. Sie spottete nicht über seinen leichten Bauchansatz und nicht über seine untrainierte Brust. Sie küsste ihn einfach weiter und fuhr mit einer Hand seinen Körper entlang, den Bauchnabel und hoch zu seinem Hals. Überall dort, wo sie ihn berührte, entstand eine angenehm brennende Gänsehaut. Er stöhnte. So etwas Tolles hatte er noch nie erlebt. Und es war lange nicht vorbei.
Jonas, dessen Motor immer und immer mehr zum Laufen kam, packte den Saum ihres Tops und zog es hastig hoch.
»Nicht so schnell«, hauchte sie in sein Ohr. »Lass dir Zeit.«
Er bremste sich. Zog nur noch langsam. Zentimeter für Zentimeter. Immer mehr ihrer gebräunten Haut, die so anders aussah, als seine eigene, kam zum Vorschein. Ihr Bauchnabel, so unendlich tief und glatt, wirkte beinahe zu perfekt, um echt zu sein. Die dezente Andeutung eines Sixpacks verriet ihm, dass seine Lehrerin nicht nur reich, sondern auch sportlich war. Als der untere Teil eines himmelblauen BHs zum Vorschein kam, beschleunigte sich sein Puls noch einmal. Sie hatte recht. Langsam war besser.
Dann zeigten sich die Rundungen ihrer apfelgroßen Brüste – verführerisch, perfekt geformt, straff. Sie schienen fast schwerelos unter dem dünnen Stoff ihres Spitzen-BHs. Das halbdurchsichtige Textil ließ die kleinen, harten Nippel erahnen, die sich deutlich gegen das Material abzeichneten. Sein Schwanz drohte, zu explodieren. Er wollte ihren gesamten Körper erkunden. Stundenlang anstarren. Auffressen. Ficken. Plötzlich fiel ihm etwas ein.
»Hast du Massageöl«, hauchte er bemüht, die Kontrolle über seine Stimme zu behalten. In seinem Kopf hallte ihre Aussage über Rückenschmerzen nach, die sie während des Shoppens mit ihm beiläufig erwähnt hatte. Massagen sind das beste Vorspiel, das es gibt. Wirklich! Weil du dabei jede Kurve ihres Körpers kennenlernst. Ihre Haut, warm und nachgiebig unter deinen Fingern. Ihr Atem, der sich vertieft, wenn du die richtigen Stellen triffst …
Er wollte jede dieser Stellen finden. Genießen. Erleben. Seinen Drang, sie direkt zu ficken, zurückstellen, um der Leidenschaft mehr Raum zu geben. Denn das hatte er bereits gelernt. Sex war mehr als nur Sex.
Seine Lehrerin nickte und sah ihn lustvoll an.
»Eine wirklich sehr gute Idee.«
Ihre Stimme war pure Erotik. »Du hast gut aufgepasst.«
Sie stand auf, packte seine Hand und zog ihn durch den Riesenraum bis hin zu einer Tür. Er schaffte es nicht, ihren Po aus seinem Sichtfeld zu verbannen, und beobachtete jeden Schritt, jedes Hüpfen ihrer Backen in dieser unglaublich engen Jeans.
Silvana drückte die Tür auf und zog den Nerd, der kurz vor einem Herzkasper stand, in ihr Schlafzimmer.